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Feb 10

Eine Mengenteilerautopsie..

Irgendwie war der Fehler mit einer neuen Kraftstoffpumpe doch nicht ganz behoben... Und so ging das Ursachenforschen weiter. Ich bin den Wagen zwar seit dem Tausch der Pumpe nicht gefahren, habe aber zwischenzeitlich die Spinnende Innovate MTX-L Breitbandsonde durch eine PLX Gen4 ersetzt, und so gemerkt dass die gemischregulierung irgendwie immernoch etwas seltsame verhaltensmuster an den tag legt.

Der auffälligste Fehler war allerdings dass der Motor sich nach wie vor vehement geweigert hat über ca. 4000 umdrehungen zu drehen, und das ohne last. Um dem Fehler vielleicht etwas genauer auf die Schliche kommen zu können habe ich mir ein billiges Benzindruck prüfset bestellt und mal an allen möglichen Anschlüssen des Mengenteilers angesetzt:

Leider hat das messen zu keinem Ergebnis geführt, alle Werte zu denen ich etwas zum vergleichen hatte lagen im Soll.

Der letzte Schritt der Fehlerdiagnose war ein beherzter griff in den offenen Luftfilterkasten um manuell eine Vollauslenkung der Stauscheibe herzustellen während ich mit der anderen Hand Vollgas gab an der Drosselklappe.
Auch hier war das Ergebnis wie gehabt - die Drehzahl wollte nicht über rund 4000 Umdrehungen.

Hm. Es muss wohl am Mengenteiler liegen. Glück wie ich habe stand auf dem Örtlichen schrott gerade ein Audi 100 C4 mit 90.000km auf der Uhr und passender Einspritzanlage.

Gekauft, Eingebaut, Problem gelöst.

So manch anderer wäre an der Stelle vielleicht zufrieden gewesen, hätte den alten Mengenteiler in den Schrott gepfeffert und die Sache vergessen. Ich hätte aber schon ganz gerne gewusst was da jetzt die Ursache war, also ging's ans Zerlegen...


Was mir direkt ins Auge stach - obwohl die meisten Leute das Ende der Welt prophezeihen wenn man so zeug wie E10 oder gar E85 auch nur in die nähe seines Autos lässt - sämtliche Materialien im Mengenteiler haben sich von rund 3 jahren kontakt mit E85 recht unbeeindruckt gezeigt. Korrosion war keine zu erkennen, die Dichtungen waren alle intakt, und auch die Membran des Mengenteilers war noch in einem Stück. Um ehrlich zu sein hatte ich auf einen "offensichtlichen" Fehler gehofft, aber Fehlanzeige.

Als nächstes habe ich mir die ganze handvoll von Sieben vorgenommen die da in so einem Mengenteiler sitzen, und davon sind es nicht zu wenige... :

  • Um das gehäuse des Steuerkolbens
  • Fest integriert im Gehäuseoberteil (Siehe Roter pfeil auf Foto oben) In diesem Sieb sitzt auch ein kleiner Magnet, wohl um Metallspäne zu fangen.
  • Jede Oberkammer hat ein eigenes kleines Sieb durch das der Sprit muss bevor er zum Abströmnippel kommt
  • IM Abströmnippel selbst befindet sich noch ein Sieb
  • Und zum schluss noch zwischen der verbindung der Unterkammern mit der Rücklaufleitung - eine Drossel mit Sieb

Genug um die Funktionsfähigkeit eines solchen Mengenteilers beträchtlich einzuschränken, wenn sie alle verstopft sind...

Die besagten Siebe aus den Oberkammern habe ich mal entfernt und genau untersucht. Man sieht eine deutliche Verdunklung des Siebs wo der Sprit durch floss, dort wo die Metallklammer das Sieb auf die Membran gedrückt hat war das Sieb noch Hell und "wie neu".

Da ich neugierig war welche Dimensionen das Sieb überhaupt hat, habe ich mal einen Roten Laserpointer mit bekannter Wellenlänger auf das Sieb gerichtet.... (Stichwort Beugung und Interferenz)

Erstaunlicherweise kam der Laser durch die verschmutzten teile garnicht durch, und nur durch anleuchten der "sauberen" bereiche ist überhaupt ein schönes Interferenzmuster entstanden.

Das Experiment hat jedenfalls resultiert dass sich bei den ganzen Sieben im Mengenteiler um 50 mikron siebe handelt, die aber bei meinem exemplar scheinbar schon zeimlich versifft waren.

Zu guter letzt haben mich noch die sogenannten "Abströmnippel" im Gehäuseoberteil des Mengenteilers interessiert. Die Oberseite der Abströmnippel lachen einen an wenn man die Einspritzleitungen vom Mengenteiler abschraubt und man in das Gewindeloch guckt. Diese sind so mit dem Mengenteiler verpresst dass sie sich nicht entfernen lassen, ohne den Mengenteiler zu zersägen. Rest in Pieces, Mengenteiler, Rest in Pieces.

Beim Zersägen stelle ich Fest dass die Abströmnippel ebenfalls nochmal ein kleines Sieb enthalten.

Wir halten Fest: Im Mengenteiler befinden sich summa sumarum 13 Feinsiebe, wobei 10 davon je auf das Oberkammer + Abströmnippel-sieb der einzelnen Zylinder entfallen.

Hmmm.

Eigentlich dürften keine Partikel in den Mengenteiler gelangen die auch nur annähernd diese Siebe verstopfen könnten; laut Audi 100 Doku hat der Kraftstofffilter ausserhalb des Mengenteilers eine Maschengröße von gerade einmal 4µm.

Wo die Verstopfung meiner Siebe jetzt herkam kann ich nicht sagen. Langsamer aufbau von Ablagerungen über 340.000km? Ein Effekt vom E85? Die Sterblichen Überreste der billig-Kraftstoffpumpe?

Wer weiss.

Zu guter letzt lässt sich zumindest mal festhalten: Den Kraftstofffilter lieber zu früh als zu spät wechseln!

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