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Monojetronic tuning

Die Monojetronic mit ihrem 38mm Drosselkläppchen ist selbst für meinen 1.6er Motor etwas zu klein geraten. Ein test mit einer Ladedruckanzeige hat gezeigt dass der Motor in dem Drehzahlbereich in dem er eigentlich sein Leistungsmaximum hätte, schon wieder Unterdruck zieht.
Um dem Motor ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, habe ich mir die Monojet auf 45mm aufbohren lassen, und bei der gelegenheit auch gleich die Drosselklappenwelle halbiert. Hier mal ein kleiner Vergleich:

DurchmesserFlächeFläche welleFläche Frei
Drosselklappe Serie38mm1134mm²304mm²830mm²
Drosselklappe Aufgebohrt45mm1590mm²180mm²1410mm²+70%!!!
34/34 2B5 Vergaser2*34mm1816mm²340mm²1476mm²


Wie man sieht bescheren die beiden maßnahmen +70% Durchlassfläche, und kommt somit sehr nah an die Drosselklappenfläche des originalen 2B5 Vergasers ran. Da der Vergaser aber durch seine Venturis weiter eingeschnürt ist als die Drosselklappenfläche, sollte die Monojet in der Ausbauform besser sein als der Vergaser..

1. Vorbereitung


Die Monojetronic ist leider sehr Dünnwandig. Um ein Brechen der Wand beim aufbohren zu vermeiden, habe ich mich dazu entschieden alle Schwachstellen mit "Kaltmetall" (aka 2K-Epoxyd-knetmasse) zu verstärken. Nach einer gründlichen Reinigung mit Silikonentferner und einem Dremel-drahtbürstchen, haftet die Knetmasse gut auf dem Aluminiumgehäuse.
So vorbereitet schicken wir das Teil unserem freundlich gesinnten Metallverarbeiter, der gleich noch die Drosselklappe anfertigt, und warten gespannt auf das Ergebnis.

2. Aufgebohrt


Der Plan ging auf. Es ist nichts aufgebrochen, und die Monojet lies sich mit ach und krach auf 45mm aufbohren. Wie man sieht wurde die Wand an einer stelle durchgebohrt, was aber dank der Epoxidmasse nichts macht. Ob und wie lange das Hält bleibt abzuwarten.

3. Druckregler


Um die Monojetronic auf die größere Drosselklappe und das E85 "einstellen" zu können, muss der Benzindruck erhöht werden. Die Idee ist dass der Druck so weit angehoben wird, dass bei Volllast und Nenndrehzahl des Motors ein fettes Gemisch anliegt, und bei Teillast die Lambdaregelung für ein mageres Gemisch sorgt. Am einfachsten geht das indem man den Serienmässigen Druckregler der Monojet zu einem Einstellbaren Druckregler umbaut. Ich habe zunächst mal die Mulde in dem Deckelchen Flachgeklopft, anschließend ein loch reingebohrt, und das ganze dann Metallisch blank gemacht mit einem Fräskopf für den Dremel. Um eine wirklich Stabile Verbindung zu bekommen, habe ich die Mutter durch Hartlöten befestigt - Karosseriezinn und Flussmittel hatte ich grade noch rumfliegen, einen versuch war es wert, und wie man sieht hat es Wunderbar geklappt. Aus einem 2. Deckelchen habe ich dann den Federteller gebaut. Passt perfekt, und in die Mulde in der Mitte kann die Schraube zum einstellen schön eingreifen. Das ist die ultra-low-cost Lösung die bei garantiert keiner Verkehrskontrolle auffällt. ..

4. Zusammenbau


Beim Zusammenbau ist Vorsicht geboten. Ich habe sowieso ein zweites Drosselklappengehäuse überarbeiten lassen, und anschließend die teile von meiner Monojet an das Überarbeitete Gehäuse angebaut. Besonders behutsam sollte man mit dem Drosselklappenpoti umgehen - die Schleifer sind extrem empfindlich und schnell verbogen. Ich habe meine vorsichtig mit Kreppband abgeklebt, und so gegen Beschädigung geschützt.
Um wirklich das beste aus der Monojet rauszukitzeln, hab ich auch gleich noch die drosselklappenwelle halbiert und die Schrauben abgefräst.

Beim Umbau des Drosselklappenpotis sollte man sich besser den genauen Einstellwert merken. Dazu muss zwischen Pin 1 und Pin 4 eine feste Spannung angelegt werden, und anschließend die Spannung zwischen Pin 3 und 4 gemessen werden. Verdreht man das Poti, ändert sich diese Spannung. Notieren, und beim Zusammenbau wieder auf die gemessene Spannung einstellen.

Ich habe den Fehler gemacht mir das nicht zu notieren, sondern wollt das Poti nach dieser Anleitung einstellen. Ergebniss: Ein Viel zu hoher Leerlauf und ein ungleichmässiges Ruckeln bei Volllast! Pi*Daumen verdreht, und schon passte das alles wieder halbwegs.

5. Einbau & Aluminiumflansch


Um dem größeren Durchmesser der Drosselklappe gerecht zu werden, muss natürlich auch die Ansaugbrücke und der Gummiflansch bearbeitet werden. Ich habe das ganze mit einer 45mm Lochsäge und einer Standbohrmaschine (Eher: DIY-Standbohrmaschine) gelöst.
Da der Monojet-flansch vom Lochbild her nicht auf die alte Vergaserbrücke passt, ich aber nicht schon wieder die Adapterplatte benutzen wollte, habe ich einfach Kurzerhand den Flansch selbst abgeändert. Keine allzu brilliante Idee, die konstruktion zieht so Falschluft.. Ich werde da wohl nochmal mit Hylomar oder dergleichen nachbessern müssen. Aber immerhin fährt das Auto so schonmal.



Versuch 1


Die Abdichtung des mit Bohrmaschine und Bastelmesser malträtierten Gummiflansches mittels Papierdichtung ging natürlich in die Hose. Die Monojetronic Quittiert einem massive Falschluft mit einem extremen Sägen - zwischen 1000 - 2500 Umdrehungen.
Da das fahren so keinen Spaß macht, hab ich mich gleich ran gemacht das ganze mit einer (angeblich) Benzinbeständigen dichtungsmasse - Dirko™ von Elring©™ - abzudichten. Dichtflächen saubermachen, Zeug draufschmieren, zusammenbauen, fertig.


Versuch 2


Der erste versuch ging natürlich auch in die Hose!
Ausserdem hab ich noch festgestellt dass der Drosselklappenspalt bei geschlossener Drosselklappe zu groß ist.
Meinem lieben Metallverarbeiter sei dank habe ich aber ganze 8 stück davon auf Lager, und eine neue eingepasst.
Die Dichtmasse ist diesmal eeeetwas satter aufgetragen... Während die Dichtungsmasse dort ein paar Stunden vor sich hin getrocknet ist, habe ich beim Typ 89 begonnen das Armaturenbrett auszubauen. Gruselige Arbeit.

Nach dem zusammenbau sprang der Wagen an und hat direkt einen Leerlauf bei 900 Umdrehungen gehalten. Lief zwar wie ein Wäschetrockner aufgrund eines viel zu fetten Gemisches (Lambda 0.65), aber das hat sich nach anspringen der Lambdaregelung und ein paar Minuten laufen auch gegeben.

Ich werd' mir wohl demnächst einen schönen Flansch aus Aluminium basteln. Gefällt mir nicht, diese Dichtungsmethode..



Versuch 3


Da ein Abdichten auch mit einer ganzen Tube Dirko HT nicht möglich war, habe ich mir einen Aluminiumflansch anfertigen lassen. Sieht auch gleich viel schöner aus als ein vermurkster Gummiflansch mit Dichtungspampe.

Als Dichtungspapier dient hier der Rücken eines Ringbuchs, mit Motorenöl benetzt. Das funktioniert ganz ausgezeichnet, und hat mir auch vorher schon bei der Adapterplatte gute Dienste geleistet.

Die Zeichnung - deren Bemaßung vermutlich nicht ganz den Ingenieursstandards entspricht - habe ich mir angehängt, allerdings sind die abständer der äußeren Befestigungslöcher für eine 2B5 Vergaseransaugbrücke.
Bei Motoren die von Haus aus mit einer Monomotronic oder Monojetronic (VW Motoren: ABT, RP, ADZ, ABS, etc) kommen passt dieser Flansch daher nicht.


6. Drosselklappenpoti einstellen


Nach diversen Anleitungen mit Originalwerten einstellen kann man bei so einem Umbau - große Drosselklappe + E85 - getrost knicken.
Selbst bei serienmässigen Monojetsen funktioniert das teilweise nicht.
Eine brauchbare Einstellung bekommt man folgendermaßen hin:
1. Motor warmlaufen lassen
2. Steuergerät Resetten. Dafür 30 Sekunden die Sicherung ziehen oder die Batterie abklemmen.
3. Motor Starten
4. Motor per pedes auf ~3000 Umdrehungen bringen, einen Moment so laufen lassen, und dann schlagartig vom Gas gehen.
Jetzt gibts 2 Möglichkeiten wie der Motor reagiert:
- Drehzahl fällt schnell unter die Leerlaufdrehzahl ab, Motor geht aus, oder regelt langsam hoch auf die Leerlaufdrehzahl.
- Drehzahl fällt nur sehr langsam oder bleibt gleich bei erhöhter Drehzahl hängen.
In beiden fällen muss man das Poti leicht verdrehen, bis die Einstellung gefunden ist, mit der der Motor beim schlagartig gas wegnehmen sofort auf die 950 Umdrehungen Leerlaufdrehzahl fällt.




13 Kommentare

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  1. ADZ-Motormann

    Hallo Nerd,

    eine wunderschöne Anleitung hast du da geschrieben. Die Idee mit dem Aluminiumflansch finde ich sehr gut.
    Könntest du mir evtl. die Maße bzw. die Skizze per Mail schicken? Danke

    1. Hacki

      Servus ADZ-Motormann 😉

      Ich habe die Zeichnung mal zu dem Artikel hinzugefügt. Bedenke aber, dass bei deinem ADZ Motor die 4 Schraubenlöcher aussen etwas weiter auseinaner sind, da der Gummiflansch der Monomotronic größer ist. Mein Motor hatte ja ursprünglich einen 2B5 Vergaser, von dem ich die Ansaugbrücke mit übernommen habe .

      Gruß

  2. Franky

    Hallo,

    Frage… Das Poti wurde bei mir getauscht… Hoher Leerlauf wenn er warm ist und sobald ich aufs Gas gehe habe ich ein kurzes ruckeln… Kann ich versuchen,einfach Schrauben lösen und Poti bisschen bewegen,oder muss ich zwingend messen ?

    Gruß

    1. Hacki

      Moin Franky,

      Ja, kannst du machen – Das poti lässt sich ganz gut nach gefühl einstellen. Aber vorsichtig, selbst ein millimeter verdrehen macht schon einen deutlichen unterschied, also nur ganz vorsichtig verdrehen!

      Ansonsten – warmleerlauf zu hoch und leichtes verschlucken kann auch an einem defekten leerlaufschalter oder kühlmitteltemperatursensor liegen.

      Gruß

  3. Franky

    Hi,

    Leerlaufschalter würde ich ausschließen,da dieser recht neu ist.Habe meinen Leerlauf (vorher 1500/1600U/min) auf 950/1000 U/min einstellen können durch drehen des Potis.Im kalten und warmen Zustand ist es jetzt in Ordnung.Das Motoruckeln ist deutlich weniger geworden.Ganz weg ist es aber nicht,merkt man noch besondern beim anfahren bzw. 1-2 Gang.

    Ich muss dazu sagen,das mein kompleter Motor kein standart mehr ist,ich eine 47er Drossel fahre mit einer großen Düse…

    Noch ne Ahnung,wo das ruckeln noch herkommen kann ? Mein Abstimmer meinte,die Düse sei zu groß und würde immer nachrotzen,wenn man vom as geht.Die Steuerzeiten sind schon ausgereitzt…

    Kühlmitteltemperatursensor ?

  4. Hacki

    Moin,

    .. Puh, 47mm drossel mit umgebasteltem Motor, ich denke das Ruckeln wirst du so ohne weiteres nicht wegkriegen. Was hast du denn für eine Düse, und welchen Kraftstoff fährst du? Auch E85?

    Ich konnte meine Monojet auch nicht zufriedenstellend einstellen bisher. Es ist fahrbar, und wenn man richtig mit gas und kupplung umzugehen weiss, geht das auch ruckfrei. Aber richtig sauber am gas hängt der motor nicht.

    Werde bei mir demnächst das steuergerät durch eine Megasquirt austauschen aus dem grund.

    Gruß

  5. Franky

    Hey,

    Muss zur Vollständigkeit halber sagen,fahre einen Golf 3 1,8L mit der Mono-Motronik…
    fahre Ultimate 102 und die Düse ist eine mit über 1000cc/min anstatt der 851cc/min Seriendüse.Aber du hast recht,mit ein wenig Übung hat man schnell das Gefühl dafür :-).Ging gestern schon deutlich besser,als vorher !

    E85 würde ich fahren,aber müsste da immer soweit zum tanken fahren,da habe ich keine lust drauf.

  6. Franky

    Aber,die 47er ist eigentlich immer noch zu klein…

  7. Hacki

    Tjap, das ist der Nachteil an der Mono- jetronic/motronic.

    Chevrolet hatte in den 80s/90s V8 Motoren mit Zentraleinspritzung, die Dinger liefen unter dem Namen „TBI“ (= Throttle Body Injection). Gabs mit bis zu 2x 50mm Drosselklappen.

    Wenn man sich mit der Ansaugbrücke was entsprechendes Zurechtbastelt, kriegt man die unter umständen auch auf einen VW Motor draufgewürgt. Allerdings brauchts dann wohl wirklich ein freiprogrammierbares steuergerät. 🙂

  8. Franky

    Das kann schon sein… Aber,mein Basteln hat ein Ende… Das was einfach so möglich ist habe ich komplett ausgereizt.Und von 90Ps auf 133Ps ist ja nicht schlecht.. Finde ich zumindest…

    Danke nochmal,weil durch deinen Punkt 6 läuft er deutlich besser 🙂

    1. Manuel

      Wie hast du dein 1.8er 90PS Mono Motronic auf 133 PS gebracht? 🙂
      War schon der ADZ/ABS Motor?

      Denke da gehört Fächer, Nocke, Kopfbearbeitung uvm dazu………….

  9. Franky

    ABS-Motor,korrekt.
    Da denkst du richtig !

  10. Florian

    Hey das ist Mega geil nur was für eine Nockenwelle muss ich nehmen ist das egal gibt’s auch schmiedekolben für den Motor 😉

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