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Aug 21

Motor einmal neu bitte!

Schon seit er aus seiner Winterruhe erwacht ist, hat der Motor des 1500er dieses Jahr subtile Probleme gemacht. Kühlwasser verschwand ins Nichts. Mal fiel der Öldruck sporadisch ab. Der Motor lief dabei aber völlig klaglos, und hat auch noch mit einem erstaunlich niedrigen Verbrauch brilliert.

Da der Wasserverbrauch aber blieb, und sich auch langsam Wassertropfen am Öleinfülldeckel niederschlugen, musste der Kopf runter um der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei offenbarte sich das Malheur:

Mangels Frostschutzmittel im Kühlwasser ist offenbar die Kopfdichtung durchgerostet. Dadurch geriet Wasser ins Öl. Durch den abfallenden Wasserstand ergaben sich auch noch Kühlungsprobleme am Zylinderkopf, welcher dadurch noch Schaden nahm. Das Wasser im Öl hat dann auch noch dafür gesorgt dass die Pleuellager ziemlich gelitten haben. Die Maschine wurde vor ca. 2800 km revidiert - und ist jetzt wieder platt.

Jetzt bekam der Motor erstmal einen Satz neue Pleuellager, neue Ventilführungen, die Ventilsitze wurden eingeschliffen, der Kopf wurde geplant und auf Risse überprüft.

Soweit so gut. Nach dem zusammenbau lief der Motor also wieder genauso wie vorher: Vollkommen in Ordnung und unbeeindruckt von seinen Problemen. Der Öldruck war kalt auch OK, also habe ich ihn mal auf eine größere Ausfahrt über die Landstraße entführt. Perfekt - Oldtimer-cabrio fahren bei sonnigem Augustwetter. Das Vergnügen wurde nur vom Öldruck getrübt, der mit steigender Öltemperatur immer weiter sank, und bei heißem Öl im Leerlauf so weit runter ging, dass die Warnlampe aufleuchtete.

Mist.

Also wieder aufmachen das Dingen. Der Plan war, mit Plastigauge zu prüfen ob eventuell die Hauptlager etwas zuviel Spiel haben. Ein "erfahrener" Motorenbauer aus dem Bekanntenkreis meinte zwar, dass die Hauptlager in der Regel nix abbekommen, aber man weiss ja nie.

Bereits beim abschrauben des 1. Hauptlagerdeckels war ersichtlich, dass das Lager völlig im Eimer ist. Eine Kontrolle mit Plastigauge bestätigte: Das Lagerspiel war jenseits von dem was Plastigauge erfassen kann, die Schnur kam genauso wieder raus, wie sie rein gelegt wurde. (Wem Plastigauge nichts sagt: Das ist eine verformbare Kunststoffschnur, die in das Lager gelegt wird. Anschließend wir das Lager montiert, und wieder demontiert. Dabei wird die Schnur je nach Spiel im Lager auf eine gewisse Breite gequetscht, welche mit einer der Verpackung beiliegenden Skala abgelesen werden kann.)
Soviel zur "Expertenmeinung". Die Pleuellager haben bei der einen Ausfahrt zum Glück keinen großen Schaden genommen, man sieht jedoch dass sie schon mit zu wenig Öldruck gelaufen sind.

Da die Kurbelwelle bereits aufs 2. Untermaß geschliffen ist, und der Lagerzapfen am 1. Hauptlager wellig ist wie 'ne Deutsche Autobahn, bekommt der Motor jetzt einfach eine neue . Um gemütlich an dem Motor arbeiten zu können, wird einer der beiden Motorständer von meinem grandiosen Karosseriedrehgestell herhalten.

Ich werde berichten, wie es weitergeht....

2 Kommentare

  1. Jürgen Eilingsfeld

    Hallo,
    Sie schreiben, dass Sie ein grandioses Karosseriedrehgestell haben! Gibt es dazu auch Fotos? Ich besitze auch einen Fiat 1500 und möchte mir so ein Teil bauen. Wenn einer ja schon mal Erfahrungen mit so einem Gestell gemacht hat, ist das umso besser.
    Es wäre schön, wenn Sie mir ein paar Fotos hierzu zukommen lassen würden.
    Ein Dankeschön im vorraus.

    Jürgen Eilingsfeld

    1. Hacki

      Hallo,

      Das Karosseriedrehgestell habe ich für einen Audi 80 konstruiert. Einen Artikel darüber habe ich auch verfasst: http://nerdgarage.de/how-tos/drehgestell-fur-karosserie-bauen/ – Das ganze sollte sich aber genausogut für einen 1500er anwenden lassen. Am 1500er dürften die Stoßstangenaufnahmen fest genug sein, um das Auto daran aufzuhängen, sofern die Karosserie leer ist.

      Grüße

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