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Jul 04

Radlager & Fensterheber

Heute hat mein GL mal wieder etwas Liebe zugestanden bekommen, nicht zuletzt weil er in 2 Monaten seinen 30. Geburtstag hat, und ich das H-Kennzeichen möchte. Neben dem Austausch des hinteren rechten Radlagers, habe ich auch den schwergängigen Fensterheber hinten links Repariert, eine neue Türgriff-schale und Fensterheberkurbel hinten rechts eingebaut, und den Türgriff auf der Beifahrerseite mal ausgebaut, da dieser etwas "seltsam" öffnet.

Zuerst mal zum Radlager. Seit langer Zeit gab das Auto im bereich von 80-120 km\h ein sehr gleichmäßige, brummendes (oder eher summendes?) Geräusch von sich. Es hat mich nicht weiter gestört, aber fiel mir einfach nur auf. Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich das Auto gestern auf die Hebebühne gestellt, und die Räder alle mal angeschubst - hinten Rechts fiel das etwas lautere Laufgeräusch auf.
Wie es der Zufall so wollte, hatte ich ein passendes Ersatzlager auf Lager, also hieß es heute Butter bei die Fische und einbauen.

Zuerst mal muss die Bremstrommel abgebaut werden. Da die Bremsbacken durch die Automatische Nachstellung aber in die Bremstrommel "reingreift", muss diese Nachstellung zurückgestellt werden. Den hebel drückt man mit einem Schraubendreher durch eines der Gewindelöcher hoch. Für eine detailliertere Beschreibung empfehle ich das passende Buch aus der Serie "Reparaturanleitung" vom Bucheli Verlag. In meinem Fall die Ausgabe 630/631/632 "Audi 80 - 1600 cm³". Klasse Buch.

Hat man es geschafft die Bremstrommel runterzuwürgen, bietet es sich an, die Mechanik sowie die Trommel mit 1-2 Dosen Bremsenreiniger zu Säubern...
Die beiden alten Lagerlaufringe kann man ausschlagen, wenn man die Bremstrommel in einen Schraubstock spannt.

Die neuen Lagerlaufringe lassen sich mit einer 30er und 36er Nuss schön einschlagen. Anschließend alles ordentlich fetten, das innere Lager mit dem Dichtring einsetzen, und schon kann man den Krempel wieder zusammenbauen. Nach einem tritt auf die Fußbremse stimmt auch die automatische Nachstellung wieder.



Türverkleidung ausbauen & Fensterheber reparieren (schmieren)
Zum Fensterheber - hinten Links war der Fensterheber äusserst schwergängig. In den letzten 3 Jahren hat mich das nicht wirklich gestört, da ich selten auf der Rückbank fahre ...
Allerdings habe ich diesen Sommer festgestellt, dass es für einen sehr angenehmen durchzug sorgt, wenn man bei der Fahrt die hinteren Fenster offen hat.
Somit wurden dieser schwergängige Fensterheber zum Problem, denn irgendwann machts knack, und das Teil ist kaputt.

Um die Mechanik des Fensterhebers schmieren zu können, muss erstmal die Türverkleidung abgebaut werden. Das geht mit relativ wenigen Handgriffen:

  • Der Türpin wird abgeschraubt
  • Die Griffschale rausgefummelt, dahinter die Schraube geöffnet
  • Die Kunststoff-einlage aus der Fensterheberkurbel gedrückt (mit einem Inbusschlüssel von hinten)
  • Die Armlehne abgeschraubt, 2 große kreuzschlitzschrauben
Und schon kann die Türpappe abgenommen werden. Dazu hebelt man sie von unten her von der Tür ab, am besten mit einer Kunststoffspachtel oder ähnlichem, mit der Hand geht aber auch. Sind alle Clipse gelöst, kann die Türverkleidung nach oben rausgedrückt werden.
Hier wird es jetzt haarig - die Fensterschachtleiste steckt fest auf der Türverkleidung drauf. Man kann diese Einheit am stück rausnehmen, oder die Türverkleidung von der Fensterschachtleiste abrupfen. Bei letzterer Option besteht aber die Gefahr, dass man sich die Türverkleidung beschädigt. Ist die Türverkleidung erstmal unbeschadet abgebaut, muss die Türfolie abgefummelt werden.

Nach dem erfolgreichen abpopeln der Folie, kann auch direkt begonnen werden die Mechanik des Fensterhebers zu schmieren. Die elegantere Methode wäre es, den Fensterheber komplett auszubauen, was mir für heute aber zuviel Aufwand war..
Super geeignet für solche Stellen ist Teroson Fettspray, da das im Gegensatz zu WD40 und Konsorten, tatsächlich eine dicke Fettschicht aufträgt, statt etwas dünnflüssigem Öl das nach ein paar Tagen förmlich verdunstet.

Sobald die Schienen hinter der Kurbel & dem Fensterheber ordentlich eingefettet sind, folgt der Funktionstest durch ein paarmal auf und ab kurbeln -> Problem gelöst!
Ab hier kann dann in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut werden..

Die verranzte Griffschale und die abgebrochene Fensterheberkurbel auf der Beifahrerseite, habe ich auch noch ausgetauscht, allerdings vergessen das Resultat zu Fotografieren. Wie die Herren Vorbesitzer es geschafft haben, dieses Massive teil zum Brechen zu bringen möchte ich auch mal wissen..


Nun zum Türgriff auf der Beifahrerseite.. Um diesen ausbauen zu können, muss die Türverkleidung ab, damit man die beiden Gestänge von griff & schloss aushängen kann.
Das ist das komplizierteste an der Sache, denn der Türgriff selbst, ist nur von 2 Schrauben gehalten.
Nach dem ausbau hat sich das malheur auch direkt offenbart, da ist ein teil der Mechanik gebrochen.. Mangels ersatz habe ich das also alles wieder zusammengebaut, und werde mir demnächst einen neuen Türgriff besorgen.

Fazit? Fazit. Ich bin zufrieden. Das wohlige Brummen, das mich bisher immer bei der Fahrt begleitet hat, ist nicht mehr. Der Fensterheber lässt sich wieder (fast) mit einem Finger betätigen. Und dank der neuen Teile an der Beifahrertür hinten rechts, hat sich auch die Optik im Innenraum etwas verbessert..

Die Türen und den Einstiegsbereich hinten habe ich auch geputzt. Auf "vorher" Fotos habe ich aber verzichtet, da das wirklich nicht schön anzusehen war. 😉

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